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Sauna weltweit – unterschiedliche Saunaformen und Bräuche

Dass Saunagänge entspannen, gesund sind und das Immunsystem stärken, das wissen viele. Doch wie sieht es mit den Saunabräuchen und -formen weltweit aus? Gehen Sie mit uns auf Entdeckungstour.

Finnland

In Finnland gehört die Sauna zum normalen Alltag dazu. Finnen werden schon von klein auf an die Saunabäder gewöhnt, auch Babys nehmen am Saunagang teil. Im finnischen Raum ist die Sauna Kult. Vermutlich gibt es in keinem anderen Land einen höheren Anteil an privaten Saunen. Üblicherweise dient die Sauna in skandinavischen Ländern auch zur Pflege von sozialen Kontakten.

Heutzutage ist ein elektrischer Saunaofen auch in Finnland Standard. Aromaöle sind in einer typisch finnischen Sauna allerdings nicht üblich. Die Saunanutzer klären untereinander, wer für den Aufguss zuständig ist. In einer deutschen „finnischen Sauna“ wird das Aufgusswasser mittels einer Kelle auf den Ofen geschöpft. In der echten finnischen Sauna erfolgt der Aufguss direkt vom Platz aus. Dabei wird das Aufgusswasser mehr oder weniger auf den Ofen geworfen. Der Hintergrund dieser Vorgehensweise ist, dass derjenige, der für den Aufguss zuständig ist, im Normalfall auf der obersten Saunabank sitzt. Auf diesem Platz ist es am heißesten, daher kann von dieser Position aus am besten beurteilt werden, wann es Zeit für den nächsten Aufguss ist.

Deutschland

Der Saunabesuch fängt in Deutschland üblicherweise mit einer Dusche und dem gründlichen Abtrocknen an. In der „finnischen Sauna“ herrscht eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit. Aufgüsse werden in Deutschland so gut wie immer vorgenommen. Dem Aufgusswasser werden meist Aufgusskonzentrate oder Öle beigefügt. Nach dem Aufguss wird der Dampf mit einem Handtuch, dem sogenannten Wacheltuch, verteilt. Die Saunierenden sitzen bzw. liegen in der Sauna, entweder mit einem Saunakilt bekleidet oder vollständig unbekleidet. Um Verunreinigungen zu verhindern, wird ein Handtuch unter den Körper gelegt, sodass der Schweiß aufgefangen wird. Nach dem Saunaaufenthalt, der insgesamt ca. 8 bis 15 Minuten andauert, folgt zunächst eine kurze Abkühlphase an der frischen Luft. Dieses Luftbad sollte vor dem Kaltduschen genommen werden. Nach dem Luftbad erfolgt ein kaltes Abduschen.

Japan

In Japan gibt es keine typische Sauna, sondern Badehäuser. Diese Dampfbäder, Sento genannt,  dienen der Entspannung und vor allem auch der Pflege von gesellschaftlichen Kontakten. Die modernen Sentos haben getrennte Baderäume für Frauen und Männer. Traditionell ist der Baderaum mit Holz verkleidet. Vor dem eigentlichen Bad steht die gründliche Reinigung an. In Japan wird erwartet, dass sich jeder Gast zunächst gründlich einseift und abspült, ehe er ins Becken steigt. In der Regel gibt es zwei oder drei Becken, die unterschiedlich temperiert sind. Auf jeden Fall ist ein japanisches Dampfbad relativ heiß. Die Wassertemperatur liegt bei mindestens 40°C. Sehr viele Japaner widmen sich im Sento ausgiebig der Körperpflege. Gebadet wird grundsätzlich unbekleidet, denn Badebekleidung ist in einem Sento nicht gestattet.

Irland

Die alten Römer wussten schon sehr früh, was gut für Körper und Geist ist. Dies machten sich auch die Iren zu Nutze, denn das irische Dampfbad ähnelt sehr dem typisch römischen, welches zwar nicht gerade ein heißes Vergnügen ist, dafür aber sehr entspannend. Im Dampfbad wird normalerweise eine Temperatur zwischen 40° und 45°C erreicht, somit liegt sie nur knapp über der Körperkerntemperatur. Aufgrund der angenehmen Wärme ist das irische Dampfbad besonders für Menschen mit leichten Kreislaufproblemen und kleine Kinder geeignet, die erste Erfahrungen mit Saunen und Dampfbädern machen. Im Dampfbad wird ebenfalls mit Aufgüssen gearbeitet. Das charakteristische für ein irisches bzw. römisches Dampfbad ist auch sein Aussehen: komplett im Keramikstil gefliest kann man die Wärme im ganzen Raum spüren.

Türkei

In der Türkei heißt die Sauna Hamam. Das Hamam ist ein fester Bestandteil der islamischen Tradition und Kultur zudem auch ein beliebter Ort für Gespräche und um Kontakte zu knüpfen. Dies beginnt schon im Umkleideraum, hier wird die Kleidung gegen ein Leinentuch, das Pestemal, eingetauscht. Wie auch bei allen anderen üblichen Saunaformen und Dampfbädern sollte man sich vor dem Saunagang gründlich abduschen. Der Bademeister nennt sich Tellak, dieser ist mit allen Traditionen und Bräuchen rund um das Hamam vertraut. Das türkische bzw. orientalische Dampfbad hat meist eine Temperatur von ca. 45°C. Für einen erhöhten Wellnesseffekt sorgt das anschließende und nicht unübliche Peeling im Hamam. Nach dem Dampfbad ist es Tradition sich mit lauwarmem Wasser und Seife einzureiben. Nach mehreren Badegängen darf sich der Besucher dann auf die Göbektasi, eine warme Marmorplatte, legen, wo er mit speziellen Handschuhen massiert wird. Das soll die Durchblutung anregen und Hautschüppchen entfernen.

Russland

Die russische Sauna wird Banja genannt und bezeichnet ein russisches Dampfbad sowie ein traditionelles russisches Badehaus. Die Banja wird mit einem Holzofen beheizt. Eigentlich untypisch für Dampfbäder, erreicht die Banja teilweise Temperaturen von über 100°C. Hier wird im Vergleich zur klassischen Sauna, mit weitaus stärkeren Aufgüssen gearbeitet, um die Luftfeuchtigkeit konstant hoch zu halten.

Auch der Aufbau der Banja hat etwas Besonderes an sich. Die Banja vereint oftmals drei Räume in sich: Dampfkammer, Waschraum und Erholungsraum. Während des Saunagangs klopfen bzw. schlagen sich die Besucher mit einem Wenik – das sind Bündel von Birkenzweigen, die vorher eingeweicht wurden. Dieser Vorgang soll die Durchblutung anregen und für Entspannung sorgen. Das Wasser in dem der Wenik vorher eingeweicht wurde, wird dann zum weiteren Aufgießen im Dampfbad genutzt. In der russischen Banja wird strikt nach Geschlechtern getrennt. In der Dampfsauna ist es auch üblich Geschäfte abzuschließen und zu verhandeln. Die Banja dient nicht nur der Entspannung, sie ist außerdem ein Ort für Problemlösungen. Bestehen Konflikte, so wird in die Banja gegangen, um diese zu lösen.

Ihr POOLSANA-Team