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Schwimmen lernen: Unterschätzter Lebensretter

Die Zahlen der Nichtschwimmer steigen rapide. Die Folge: Rettungseinsätze für ertrinkende Badegäste stehen im Hochsommer auf der Tagesordnung und gehen trotz des hohen Sicherheitsstandards nicht immer positiv aus, obwohl sich die Todesursache mit der entsprechenden Erfahrung vermeiden lässt. Doch auch außerplanmäßige Besuche in den verschiedensten Gewässern, Bootsfahrten sowie katastrophale Wetterverhältnisse geben allen Grund dazu, den Schwimmsport zu erlernen und schließlich der nächsten Generation beizubringen. Denn insbesondere Kindern und Jugendlichen fehlt aktuell zum Großteil lediglich der Schwimmunterricht an der Schule und auch für die erwachsenen Nichtschwimmer ist es nie zu spät. Mit dem richtigen Wissen und Können minimieren Sie die Gefahr und sorgen für die Sicherheit Ihres Nachwuchses.

Immer weniger Deutsche können schwimmen

Deutschland entwickelt sich langsam aber sicher zum Nichtschwimmerland. Es ertrinken mehr Menschen als noch vor 10 Jahren, 52% der Erwachsenen und 60% der Kinder können nicht schwimmen oder sind im Wasser unsicher. Die Meldungen von Todesfällen in Seen und Flüssen häufen sich. 2016 zum Beispiel sind 537 Personen ertrunken, davon 411 Männer und 114 Frauen. Die meisten Unfälle mit Todesfolge betrafen 274 Personen in Bächen, Flüssen oder Kanälen, gefolgt von Seen und Teichen, in denen 167 Personen zu Tode kamen. 27 Personen sind im Meer ertrunken. Selbst in Schwimmbädern gab es 19 Todesfälle zu beklagen und weitere 50 in sonstigen Gewässern. DLRG-Rettungsschwimmer konnten 1.071 Personen vor dem Ertrinken retten.

Bis noch vor einigen Jahren wurde in den Grundschulen regelmäßig Schwimmunterricht gegeben. Aus Kostengründen, Schließung vieler Schwimmbäder oder der Begründung, dass kein Schwimmbad in der Nähe sei, wurde dies aber nach und nach eingestellt.

Ab wann und wie ist der Unterricht möglich?

Die Einstellung des Unterrichts birgt natürlich besonders in den Sommermonaten Gefahren für Nichtschwimmer. Gerade Kinder werden vom Wasser magisch angezogen, was Sie sich zunutze machen und den Kleinen bereits im jungen Alter das Schwimmen beibringen können. Selbst Babys sind bereit mit den ersten Schwimmbewegungen zu beginnen, denn gemeinsames Planschen im Wasser macht jedem Spaß und schafft Vertrauen, wobei dies keinen Einfluss auf das spätere Schwimmverhalten des Kleinen hat. Auch bieten einige Schwimmbäder sogenannte Badegewöhnungskurse für Kinder ab drei Jahren an, in denen mit viel Spiel und Spaß die Angst vor dem Wasser genommen wird. Neben Planschen, Wasserspritzen, Robben und Krabbeln im maximal knietiefen Wasser lernt Ihr Sprössling wichtige Voraussetzungen für das spätere Schwimmen, kann die Luft beim Untertauchen besser anhalten und zusammen mit gleichaltrigen Schwimmern üben.

Mit fünf oder sechs Jahren haben Kinder schließlich die körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um richtig schwimmen zu lernen. Dadurch kann ab einem Alter von fünf Jahren mit dem sogenannten Doggie Paddle begonnen werden. Hierbei treten sie quasi im Pool, können sich so kurz über Wasser halten und nach und nach zum Kraulen übergehen. Eltern können Ihr Kind dazu ermuntern, immer wieder abzutauchen oder lassen es vom Beckenrand springen. Wichtig ist dabei natürlich, dass auch der Erwachsene keine Angst vor dem Wasser hat.

Reguläres Brust- oder Rückenschwimmen klappt häufig erst ab sechs Jahren, da das Kind die richtige Koordination und Zusammenarbeit von Armen und Beinen im Schulalter entwickelt. In manchen Bädern wird  eine Art Ferienschwimmkurs angeboten. Vor diesen kurzfristigen Aktionen zur Badesaison ist allerdings abzuraten, denn um das Seepferdchen zu bestehen, sollten die Kinder zwei Mal die Woche, ein halbes Jahr lang den Schwimmkurs besuchen. Wie beim Laufen lernen auch, hängt dies natürlich auch vom Kind selbst ab.  Der erfolgreich abgeschlossene Kurs ist kein Garant dafür, dass Ihr Sprössling sicher schwimmen kann. Erst wenn es das deutsche Jugendschwimmabzeichen (Bronze) abgelegt hat, gilt das Kind als sicherer Schwimmer.

Schwimmen lernen in jedem Alter zu jeder Zeit

Da auch manche erwachsenen Personen nie schwimmen gelernt haben, werden sie höchstwahrscheinlich auch nicht mit ihren Kindern baden gehen. Es treten Hemmungen auf, öffentliche Bäder mit der Familie zu besuchen, wodurch das Kind kaum eine Chance erhält, die gelernten Schwimmbewegungen vorzuführen. Aus dem Grund werden immer mehr Schwimmkurse auch für Erwachsene angeboten. Denn oft hindern körperliche Leiden, Scham oder panische Angst vor dem Wasser Menschen, selbst im fortgeschrittenen Alter, daran, das Schwimmen und Tauchen zu trainieren.

Dennoch kann jeder schwimmen erlernen. Zu Beginn sollte dabei der Swimmingpool nur so tief sein, dass Sie jederzeit sicheren Boden unter den Füßen haben. Viele Schwimmbäder bieten Kurse für Erwachsene an, in denen sich die Lehrer mit großer Geduld und Einfühlungsvermögen um die Ängste und Schwierigkeiten eines jeden Kursteilnehmers kümmern. Kindern fällt das Schwimmen deutlich einfacher, da sie nicht lange darüber nachdenken und intuitiv handeln. Wie auch bei den Wassergewöhnungskursen für Kleinkinder, geht es auch hier in erster Linie um die Gewöhnung an das feuchte Element. Hier wird sich flach mit untergetauchtem Gesicht ins  Wasser gelegt, während der Schwimmlehrer die Arme hält und den Schüler sanft durchs Wasser zieht. Die Angst wird somit minimiert und nach kurzer Zeit kann sich auch der ängstlichste Nichtschwimmer entspannen und locker Atmen. Während Kinder mit Schwimmreifen oder -flügeln das Schwimmen üben, möchten Erwachsene diese Hilfsmittel eher weniger nutzen. Dafür werden oft Schwimmnudeln, -bretter sowie -westen bei den unsicheren Badegästen eingesetzt. Mit der Schwimmweste lassen sich Beinbewegungen eintrainieren und verbessern. Dennoch sollte diese nicht zu lange verwendet werden, damit sich der Schüler nicht daran gewöhnen kann. Andernfalls steigt die Angst, den Helfer wegzulassen.

Eine einfache Übung ohne Hilfsmittel wäre auch, sich am Beckenrand festzuhalten und die Beinbewegungen zu üben, welche oft mit denen eines Frosches verglichen werden. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, zuerst die Beinaktion zu trainieren und nach und nach die Hände vom Poolrand zu nehmen, da sich die richtige Beinbewegung meist als schwieriger gestaltet, als die der Armbewegungen. Nachdem diese verinnerlicht wurden, kommen Schwimmbrett oder -nudel zum Einsatz, um den Oberkörper wie zuvor am Rand über Wasser zu halten. Wenn die Beinbewegungen sitzen, werden die Arme hinzugenommen.

Sofern es die finanziellen Mittel erlauben, kann auch ein Personal-Trainer in Erwägung gezogen werden, hier können Sie individuell mit der ganzen Familie, den Kindern oder Enkeln zusammen schwimmen lernen, was allen natürlich gleich mehr Spaß bereitet.

Da Sie immer wieder in prekäre Situationen gelangen können und diese nicht immer vermeidbar sind, sei es bei einem Bootsausflug, bei dem das Boot sinkt oder Ausrutsch am Rand eines Gewässers oder Kanals, ist es zu jeder Zeit sinnvoll und sogar lebensnotwendig, schwimmen zu können. Auch die Hochwassergefahren vielerorts sind nicht zu unterschätzen. Abgesehen davon, sich vor dem Tod durch Ertrinken zu schützen, kann es für viele Erwachsene ab der zweiten Lebenshälfte ein gutes Training für Muskeln, Herz und Kreislauf sein. Ältere oder übergewichtige Menschen haben häufig Probleme am Bewegungsapparat oder Gelenkverschleiß an den Knien, der Hüfte usw. Beim Schwimmen können Sie sich mit relativ geringer Gelenkbelastung bewegen und die Muskeln trainieren.

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Ihr POOLSANA-Team

 

Tags: Pool